
Die Stadtrechte von „Sepúlveda“
Die Stadtrechte vonSepúlvedazeichnen sich durch ihre historische Bedeutung aus. Es gab zwei davon: das „Fuero Breve“ (1076) und das „Fuero Extenso“ (1305).
Fernán González verlieh den Siedlern von Sepúlveda das Fuero und wies ihnen ein Gemeindegebiet zu, das Alfoz, das bis heute als Comunidad de Villa y Tierra fortbesteht. Der erste uns vorliegende Text ist jedoch jener, den Alfonso VI. bestätigte: das Fuero Breve oder Latino.
Im Hochmittelalter war Sepúlveda Grenzland. Um die Wiederbesiedlung und Verteidigung der zurückeroberten Gebiete, in denen das Leben auf dem Spiel stand, zu fördern, gewährten die Monarchen ihren Bewohnern so bedeutende und neuartige Privilegien, dass sie mit der Zeit ein juristisches (die Fueros de Sepúlveda) und politisch-administratives Modell (das Concejo Extremadura) formten, das sich durch ein hohes Maß an Selbstverwaltung auszeichnete.
Das Fuero de Sepúlveda, das 1076 von Alfonso VI. gewährt wurde, war das erste Grenz-Fuero, in dem ein neues Modell der Wiederbesiedlung Gestalt annahm. Es bot zahlreiche wirtschaftliche, zivile, politisch-administrative und strafrechtliche Privilegien, Steuerbefreiungen usw. Mit dieser Konzession sollte all jenen Menschen, die in wirtschaftlicher oder persönlicher Abhängigkeit von Grundherren standen, ein Anreiz geboten werden, sich an der Rückeroberung und Wiederbesiedlung der Grenzgebiete zu beteiligen. Wir können zwei Verwaltungsmodelle mittelalterlicher kastilischer Stadt-Fueros unterscheiden: ein erstes, interventionistisches Modell und ein zweites, autonomes Modell, das in Sepúlveda entstand und sich auf die Grenzgebiete der Extremadura Castellana (an den Ufern des Duero) ausbreitete. Letzteres zeichnete sich durch die dem Concejo gewährte Selbstverwaltung aus, welches jährlich seine Richter und Bürgermeister ernannte. Bei diesem letzteren Modell war der Einfluss des vom König oder Grafen eingesetzten Vertreters zur Wahrung seiner Interessen in der Stadt stark begrenzt. Das bedeutet, dass der König mit dem Fuero darauf verzichtete, die höchste Autorität der Stadt, den Richter, zu ernennen, und stattdessen akzeptierte, dass dieser jährlich von allen Bewohnern des Concejo gewählt wurde. Er akzeptierte auch, dass die übrigen städtischen Ämter aus den Reihen der Stadtbewohner und nicht von außerhalb besetzt wurden. Das Fuero de Sepúlveda erlangte bald Berühmtheit für seinen außerordentlich privilegierten Inhalt und verbreitete sich unter anderem bis nach Uclés, Roa, Segura de León, Teruel, Santa María de Albarracín oder Morella.
Der Text des Fuero Breve, auch Fuero Latino genannt, da er in dieser Sprache verfasst ist, enthält die Bestätigung, die am 17. November 1076 von Alfonso VI., bekannt als „El Bravo“, und seiner Frau Inés vorgenommen wurde. Es handelt sich um Privilegien, die der Stadt Sepúlveda bereits zuvor von den kastilischen Grafen Fernán González (930-970), García Fernández (970-995) und Sancho García (995-1017) sowie von König Sancho III. von Navarra, genannt „El Mayor“ oder „El Grande“, dem Großvater von Alfonso VI., gewährt worden waren.
Das Fuero Extenso, auch bekannt als Fuero Romanceado, da es in altem Kastilisch verfasst ist, ist ebenfalls von großer Bedeutung, da es sich nicht um eine Kopie des vorherigen, sondern um das Originaldokument handelt.
Im Kastilien des oberen Duero des 11. und 12. Jahrhunderts entstanden in den Grenzstädten mit ihrem weiten, zu besiedelnden Territorium, wie Sepúlveda, die Comunidades de Villa y Tierra. Ihr Ursprung liegt in der Wiederbesiedlung durch die großen städtischen Concejos, die ländliche, von ihnen abhängige Concejos organisierten, um die „Allmende“ – also Weiden, Wälder, Gewässer, Viehzucht usw. – zu verwalten. Sepúlveda schloss sich dieser Formel an und gründete die Comunidad de Villa y Tierra de Sepúlveda. Es sind jedoch keine Dokumente erhalten, die uns über die Gründung oder die Autorisierung der Comunidad de Villa y Tierra Auskunft geben. Vielleicht gab es kein konkretes Gründungsdatum, sondern sie bildete sich im Laufe der Jahre, wenngleich sie sich gegen Ende des 11. Jahrhunderts, mit der endgültigen Wiederbesiedlung durch Alfonso VI., spontan formiert haben dürfte. Die Comunidad de Villa y Tierra de Sepúlveda besteht aus der Stadt, dem Hauptort der Gemeinschaft, und den Siedlungen oder dem Umland (Tierra), die alle einem gemeinsamen Regime unterstehen, das seine Macht über das Territorium und die Bevölkerung ausübt und sich durch das Concejo als Regierungsorgan und durch Rechtsnormen manifestiert. Während der Wiederbesiedlung von Sepúlveda wurde das Gebiet in „Ochavos“ unterteilt. An der Spitze dieser Einheiten stand ein Beamter, der Ochavero genannt wurde, der mit der Leitung der Wiederbesiedlung betraut war und seine Dörfer gegenüber der Stadt vertrat.
Die Comunidad de Villa y Tierra de Sepúlveda existiert bis heute und verwaltet und verteidigt ihr städtisches sowie ländliches Erbe. Ebenso verwaltet sie gemeinsame Dienste wie die Wasserversorgung, die Reinigung der Wege, den Brandschutz usw. Heute besteht sie aus sechs Ochavos: Sepúlveda, Cantalejo, Prádena, las Pedrizas y Valdenavares, de la Sierra y Castillejo und de Bercimuel.


