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Symbol und Identität: Die Bögen von Alpuente

27. Juli 2026 · 15:15

In Alpuente sind die Bögen Teil der Landschaft, die den Raum mit der Geschichte verbindet. Die Stadt und ihre Weiler bewahren in ihren Straßen und Gebäuden das künstlerische Vermächtnis jener Meister der Architektur und des Steinmetzhandwerks, die durch Entwurf und Bearbeitung die Funktionalität eines einfachen strukturellen Elements in Schönheit verwandelten. Denn in Alpuente geht jeder Keilstein, jeder Quaderstein über seine tragende Funktion hinaus und wird zum Chronisten der Zeit, zum roten Faden der Erinnerung der Dörfer der Region Los Serranos.

Als Überreste dieser Länder, die von Andalusiern und Christen bewohnt und verteidigt wurden, begegnen einem die Bögen auf Schritt und Tritt, sobald man nur den Blick erhebt. Sie sind Teil der architektonischen Sprache und der Identität der Region – Türen als Übergang zwischen öffentlichen und privaten, religiösen und weltlichen Räumen. Manche sind Eingangsportale zu heiligen Stätten, zu den Reichen Gottes. Andere erzählen uns von der Macht der Menschen, von der Feierlichkeit königlicher Autorität, von alten Cortes, von Marktplätzen für Kauf und Verkauf oder vom bescheidensten, aber nicht weniger gesegneten Ort eines Gemeinschaftsbackofens. Und es gibt auch monumentale Tore, wie die lange Spitzbogenreihe, die jahrhundertelang den Weg des Wassers zu den Gärten und Häusern der mittelalterlichen Stadt bestimmte.

Von den Baumeistern, die im bescheidenen Taifa-Königreich, das Alpuente im 11. Jahrhundert war, ihre Spuren hinterließen, vereinen sich in jedem dieser Bauwerke – durch verschiedene Stile und künstlerische Tendenzen mit Rundbögen, Flachbögen, Überhöhbögen, Spitzbögen oder Spitzbögen – die von dem weisen Vitruv in seiner Abhandlung geforderten Eigenschaften von Festigkeit, Zweckmäßigkeit und Schönheit. Der militärische und defensive Charakter der Enklave von Alpuente zeigt seine ganze Macht im Turm von Alhama, dessen Bogen im kalifalen Stil die Präzision der islamischen Bautechnik der Bergregion und die Kostbarkeit ihrer Schlichtheit offenbart. Seine Verteidigungsfunktion kommt am Zugang und im Inneren des Portikus von San Antón durch ein Zusammenspiel von Rundbögen mit unterschiedlichen Eintauchhöhen voll zur Geltung, die den originellen gewölbten Durchgang bilden, der Teil des Fallgittersystems war, das einst zum Schutz der Festung konzipiert wurde.

Nachdem das Bauwerk an die christliche Verteidigung angepasst wurde, sticht am Portal, das einst den sogenannten „Salón de Cortes“ (Sitzungssaal) einleitete, ein weiterer Rundbogen hervor, in dessen Schlussstein das Wappen der Stadt eingemeißelt ist – mit den „Augen“ der Bogenkonstruktion einer Brücke – und, aufrecht und trotzig, zwei mit Zinnen versehene Türme, die die jahrhundertelange identitätsstiftende Symbiose zwischen Bevölkerung und bebauter Umgebung, zwischen den Bögen und Alpuente, bezeugen. Und noch immer durchbrechen die doppelten Bogenreihen eines Zwillingsfensters im ersten Stock des Turms die Monotonie des Verteidigungsmauerwerks und überraschen mit einem der ornamentreichsten Motive der Gotik: dem eindrucksvollen Ajimez und seinem anmutigen Seitenstein mit Kapitell und Zimazium.

Die Sakralbauten spiegeln ihrerseits die Veränderungen in der architektonischen Sprache wider, als sich die Gotik als neue Konzeption der irdischen und göttlichen Welt durchsetzte. Und erneut war der Bogen als Eingangsportal ein Schlüsselelement. Das Portal der Pfarrkirche Nuestra Señora de la Piedad weist eine sich nach oben hin erweiternde Form auf, die durch konzentrische Archivolten erzielt wird, welche das Licht durch das obere Okulus lenken, Doch auch in der heutigen Calle Santa Águeda finden sich Spuren dieses Übergangs im Zusammenhang mit Nutzungsänderungen, die der Historiker Valeriano Herrero dokumentiert hat; er spürt an der Fassade eines Privathauses einen Spitzbogen der katholischen Kirche auf, die auf der ehemaligen Moschee errichtet wurde.

Als Ausdruck der Funktionalität eines traditionellen Industrieraums gewährt das Portal des heutigen ethnologischen Museums (ehemaliger maurischer Backofen) Zugang zu einer Reihe von Spitzbogen-Diaphragmabögen im Inneren, die das Holzfachwerk des Satteldachs direkt tragen und weitläufige, offene Räume ermöglichen, die für ein von der Gemeinde genutztes Gebäude geeignet sind. Auch die mit dem wirtschaftlichen Aufschwung des 16. und 17. Jahrhunderts entstandene Wohnarchitektur außerhalb der Stadtmauern behielt den Bogen als charakteristisches Merkmal ihrer herrschaftlichen Wohnhäuser bei, mit Rundbogenportalen. Bei einem davon, das auf das Jahr 1565 datiert wird, wurden diese später zugemauert, um sie in niedrige Fenster umzuwandeln; ein anderes aus dem Jahr 1599 weist als charakteristisches Element einen späten Spitzbogen auf, der vom Fortbestehen dieser Typologien in Epochen zeugt, in denen die Ästhetik der Moderne bereits auf andere künstlerische Stile hindeutete.

Die Bögen haben die Zeit in Alpuente geprägt. Sie hinterließen Türen und Fenster. Über Entfernungen und unwegsames Gelände hinweg errichteten sie einen Wasserweg mit einem monumentalen, in der Luft schwebenden Aquädukt. Und nun, Jahrhundert für Jahrhundert gewoben, prägen sie den eleganten Steinteppich, in dem sich Kunst und lebendige Erinnerung der Stadt vereinen.