Nicomedes Cortés Español: Arzt der Seelen, Fotograf der Erinnerungen
13. Aug. 2026 · 09:03
In Alpuente bewahren wir mit besonderer Zuneigung die Erinnerung an jene berühmten Einwohner, die unsere Geschichte nachhaltig geprägt haben. Unter ihnen sticht Nicomedes Cortés Español hervor, eine faszinierende Persönlichkeit, die ihre Berufung zur Medizin mit einer außergewöhnlichen Sensibilität durch das Objektiv ihrer Kamera verband.
Vom Priesterseminar auf die Felder von Alpuente
Nicomedes stammte aus unserer Gemeinde und begann sein Studium am Priesterseminar in Segorbe, entschied sich jedoch schließlich für ein Medizinstudium in Valencia. Er war mit Carolina Herrero verheiratet, mit der er eine große Familie mit zwölf Kindern gründete, und war als Arzt in Alpuente, La Yesa und später in Puerto de Sagunto tätig.
Jahre später, in den 1930er Jahren, kehrte er nach Alpuente zurück, wo er 1938 verstarb. Sein bedingungsloser Einsatz für die Kranken – insbesondere während der Spanischen Grippe-Epidemie von 1918 – wurde mit dem Wohltätigkeitskreuz gewürdigt.
Ein unschätzbares visuelles Vermächtnis
Dank des wertvollen Dokumenten- und Fotobestands, der von seinem Enkel Rodrigo Cortés und anderen Familienangehörigen gestiftet wurde, können wir heute anhand seiner Aufnahmen einen Einblick in das Alpuente von einst gewinnen. Seine Kamera hielt fest:
Traditionen und Feste: Religiöse Zeremonien, Prozessionen, das Aufstellen der Torbögen und die geschmückten Straßen anlässlich der Feierlichkeiten zu Ehren der Virgen de la Consolación.
Alltägliche Porträts: Sein engster Kreis und seine eigene Familie – Protagonisten eines Großteils seines Werks – sowie Angehörige der Guardia Civil, Geistliche, Lehrer und die Nachbarn, denen er in seiner ärztlichen Tätigkeit half.
Die Glasplatten: Fenster in die Vergangenheit
Das Herzstück dieses Archivs bildet eine Sammlung von Glasnegativplatten, die mit Silberbromid-Gelatine emulgiert sind. Dank der sorgfältigen Restaurierungsarbeit von Rafael de Luis Casademunt versetzen uns diese Stücke direkt in die Anfänge des 20. Jahrhunderts.
Es handelt sich um ein außergewöhnliches bildliches Zeugnis einer längst verschwundenen ländlichen Gesellschaft, das sich in drei große Themenbereiche gliedert:
Landschaften und Architektur: Alpuente und seine Weiler mit einzigartigen Ecken und Details, die den Lauf der Zeit nicht überstanden haben.
Das festliche Leben: Das Spiegelbild einer Gemeinschaft, die sich ganz der Feier ihrer feierlichsten Traditionen verschrieben hat.
Das gesellschaftliche Porträt: Intime Momentaufnahmen, die die lokale Geschichte menschlich machen.
Alpuente – lebendig in seinen Bildern
Die Leidenschaft und der Blick von Nicomedes Cortés sind auch heute noch sehr lebendig, dank der Ausstellungen, die Alpuente ihm regelmäßig widmet. Seine Fotografien sind nicht nur ein historisches Dokument, sondern eine offene Einladung, eine Zeitreise zu unternehmen und zu entdecken, wie das Leben in unserer ländlichen Gemeinde zu Beginn des letzten Jahrhunderts pulsierte.


