
Die Quintos (DE)
In Cantavieja ist das Fest „Los Quintos“ nach wie vor eine der einzigartigsten und beliebtesten Traditionen im lokalen Veranstaltungskalender – ein Fest, das zwar seine ursprüngliche Verbindung zum Militärdienst verloren hat, aber dennoch seine Bedeutung als Übergangsritus, festlicher Ausdruck und Identitätsmerkmal des Dorfes bewahrt hat.
Eine lebendige Tradition, die die Jugend von Cantavieja zwischen Musik, Rundtänzen, Ostern und den großen Festen begleitet.
Das Fest der Quintos ist Teil jenes Volkserbes, das vielen Dörfern des Maestrazgo nach wie vor ihre Persönlichkeit verleiht. In Cantavieja hat sich dieser Brauch weit über seine ursprüngliche Bedeutung hinaus erhalten und markiert weiterhin den symbolischen Übergang der Jugendlichen in eine neue Lebensphase. Hier bedeutet „Quinto“ zu sein nicht nur, zur gleichen Generation zu gehören, sondern während eines ganzen Festzyklus eine Hauptrolle innerhalb der Gemeinschaft zu übernehmen.
Die Tradition beginnt bereits am Neujahrsmorgen, wenn die „Quintos“, die achtzehnjährigen Jugendlichen, durch das Dorf ziehen, um das Neujahrsgeld zu sammeln. Begleitet von Gitarren, Bandurrias, Gesängen und ihren einzigartigen Trompeten ziehen sie durch die Straßen – ein Tag, der Musik, Gemeinschaft und jene Atmosphäre eines gemeinsamen Rituals vereint, die diesen Brauch nach wie vor zu etwas ganz Besonderem macht. Es ist eine festliche Art, sich dem Dorf vorzustellen und ein Jahr zu beginnen, in dem ihre Präsenz bei verschiedenen Feierlichkeiten allgegenwärtig sein wird.
Der große Moment:
Einer der auffälligsten Momente findet um San Lamberto, dem Schutzpatron der Quintos, statt, wenn die Tradition von Umzügen, Musik und so einzigartigen Szenen wie den als Manolas verkleideten Quintos oder dem „Arrastré“ geprägt ist – einer festlichen Demonstration von Kraft und dem Übergang ins Erwachsenenalter.
Zu Ostern stehen die „Quintos“ erneut im Mittelpunkt. Sie nehmen an religiösen und volkstümlichen Veranstaltungen teil, die Andacht und Brauchtum verbinden, wie der Kreuzweg, das Anbringen des „Aleluya“ oder die von traditioneller Musik begleiteten Umzüge. Gerade diese Verbindung von Feierlichkeit und Festlichkeit ist einer der Schlüssel der Tradition: Die „Quintos“ treten nicht isoliert bei einem einzigen Fest in Erscheinung, sondern sind das ganze Jahr über in das rituelle Leben des Dorfes eingebunden.
Der Höhepunkt dieser Rolle ist das Fest zu Ehren des Heiligen Lamberto im Juni, wenn die „Quintos“ eines der charakteristischsten Wochenenden von Cantavieja organisieren und miterleben. Dort vermischen sich Messe, Musik, traditionelle Bräuche und Volksfeste rund um eine Figur, die nach wie vor ein wesentlicher Bestandteil der lokalen Kultur ist. Auch zu anderen Anlässen im Kalender fehlt ihre Präsenz nicht, wie beispielsweise bei den Patronatsfesten, wo sie zu Hofdamen und Begleiterinnen werden und aktiv an zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen.
Was diese Tradition besonders wertvoll macht, ist ihre Kontinuität. Obwohl der Kontext, aus dem sie hervorgegangen ist, verschwunden ist, hat Cantavieja es verstanden, den gemeinschaftlichen, symbolischen und festlichen Sinn der Quintos zu bewahren und sie als eine Form des Zusammenhalts zwischen den Generationen und als einen der authentischsten Ausdrucksformen ihrer Identität zu erhalten. Für den Besucher bietet die Teilnahme an einem dieser Anlässe die Möglichkeit, den Reichtum der lokalen Folklore besser zu verstehen und zu erkennen, wie ein Dorf seine Bräuche weiterhin mit Leben erfüllt.

