Das Labyrinth von Las Tuerces ist ein Naturdenkmal zwischen Villaescusa de las Torres und Mave in der Provinz Palencia in Kastilien und León. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für eine Karstformation, mit einer erhöhten, fast horizontalen Kalksteinoberfläche, die im Laufe der Zeit durch Wasser erodiert wurde und eine Landschaft aus schmalen Gängen, Gassen, Gewölben, Steinbögen und Felsen mit skurrilen Formen wie Pilzen, Tischen und Türmchen offenbart. Dieses steinerne Freiluftlabyrinth erstreckt sich über mehr als 50 Hektar und bietet einen einzigartigen Panoramablick auf den Páramo de La Lora zwischen dem Kantabrischen Gebirge und der Duero-Senke. Vom Aussichtspunkt aus lassen sich die faszinierenden geologischen Entwicklungen des Ortes beobachten, die bis in die Oberkreide zurückreichen, als dieses Gebiet noch eine flache Hochebene war, die von Dinosauriern bevölkert wurde. Auf dem Rundweg kann man sich zwischen den vom Wasser und Wind geformten Felsen verlieren – in einer Umgebung von großem naturkundlichem und landschaftlichem Wert, in der Geologie, Flora und Fauna miteinander verschmelzen. Das Naturdenkmal wurde durch das Dekret 6/2019 der Regionalregierung von Kastilien und León ausgewiesen und erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 55 Hektar, wobei sein höchster Punkt auf einer Höhe von 1.081 Metern liegt. Dieses Gebiet ist Teil des Netzwerks der Naturräume von Kastilien und León sowie des Geologischen Naturschutzgebiets Las Loras, das 2017 in das Weltnetzwerk der Geoparks der UNESCO aufgenommen wurde. Auf der Hochebene befindet sich die „Cueva de los Franceses“, die einzige für Besucher zugängliche Höhle in der Provinz Palencia, sowie weitere Schätze wie der „Pozo de los Lobos“ und der Menhir von Canto-Hito. Die beste Zeit für einen Besuch ist im Frühling oder Sommer, wenn die Bedingungen für Wanderungen und die Orientierung im Labyrinth am günstigsten sind.