Die Cueva del Agua de Tíscar ist eine natürliche Kalksteinhöhle, die vom Fluss Tíscar in einer geschlossenen Schlucht in der Nähe des Heiligtums und der Burg Peña Negra gegraben wurde. Das Wasser hat eine enge Schlucht mit Wasserfällen, Becken und einer kurzen Galerie mit sehr niedrigem Zugang geformt, so dass der Ort geologische und landschaftliche Besonderheiten und eine starke volkstümliche Ladung in Verbindung mit der marianischen Tradition von Tíscar vereint. Aus der Sicht des Besuchers kann man den Felsvorsprung, den kleinen, unter der Straße gegrabenen Durchgang und die feuchte Atmosphäre des Flussbettes sehen, in dem das Wasser durch traditionelle Gemüsegärten geleitet wird. Bei hohem Wasserstand springt das Wasser und es entsteht der Eindruck eines höhlenartigen Tals, während bei niedrigem Wasserstand die Form der Schlucht und die Erosionsarbeit der Strömung besser zu erkennen sind. Der örtlichen Überlieferung zufolge soll hier eine Marienerscheinung stattgefunden haben, und der Ort wird in Reiseführern und Informationsbroschüren über die Gegend um Cazorla als eine der bekanntesten Enklaven von Tíscar erwähnt. Sie liegt im Naturpark der Sierras de Cazorla, Segura und Las Villas, obwohl die Höhle selbst eher als landschaftliche und kulturelle Attraktion denn als speläologische Höhle besucht wird. Die beste Zeit für einen Besuch ist in der Regel im Frühjahr oder nach Regenfällen, wenn das Wasser mehr visuelle und akustische Präsenz bietet. An sonnigen Tagen am Vormittag oder Nachmittag dringt das Licht besser in den engen Zugang ein und das Ganze wird kontrastreicher.